Es war ein Turnier mit mehreren hundert Partien, bei der jedoch erst die allerletzte Partie nach einer über 5-stündigen Spielzeit die Entscheidung brachte. Am Spitzenbrett saßen sich die beiden Internationalen Meister vom FC St. Pauli, Aljoscha Feuerstack und Can Ertan, gegenüber.

Can lag nach 6 Runden mit weißer Weste und 6 aus 6 in Front und führte vor seinem Klubkamerad, der nach zwei Unentschieden 5 aus 6 aufwies. Das Schweizer System führte beide in der Schlussrunde zusammen. Mit einem Sieg mit den weißen Steinen konnte Feuerstack noch an die Spitze vorstoßen, wenn er jedoch seine Stellung überreizt und verliert, würde er vermutlich komplett aus den recht lukrativen Preisrängen fallen. Es war aus seiner Sicht eine „Alles oder Nichts“-Situation, die insbesondere für die Zuschauer viel Spannung brachte. Beide Spieler kämpften die Partie voll aus. Ein Glückwunsch zu diesem Kampfgeist.
Die Entscheidungspartie können Sie hier nachspielen: Feuerstack-Ertan
Am Ende konnte sich Aljoscha Feuerstack durchsetzen und gewann das diesjährige Blankeneser Open mit 6 aus 7 aufgrund der besseren Wertung vor Can Ertan und Kaloyan Popvasilev vom SV Bargteheide (beide ebenfalls 6 aus 7). Vierte wurde die uns aus Simultan und Schnellschach Open gut bekannte WIM Lara Schulze vor dem ebenfalls allen Blankenesern gut bekannten Michael Kotyk (HSK), jeweils 5,5 Punkte. Glückwunsch an alle!


Zusätzlich zum Preisfonds wurden insgesamt 12 Präsentkörbe als Sachpreis ausgelobt. Sie gingen u.a. an Katharina Bräutigam, Doppelbauer Kiel (beste Dame), Thorsten Oest, MTV Salzhausen (bester Senior) und Jan Helmer, Hamelner SV (bester Jugendlicher). Die vier Rankingkörbe wurden an Jürg Steinbrenner vom FC St. Pauli (<2000), Maximilian Stiller, Hagener SV (<1800), Richard Bürgener, SV Bad Bevensen (<1600) und – sehr erfreulich – an das Blankeneser Talent Ole Wolff (<1400) übergeben. Fünf weitere Körbe wurden nach dem Zufallsprinzip ausgelost.


Beste Blankeneser im Feld wurden mit jeweils 4,5 aus 7 Felix Lau (22.), Thorsten Wennmann (23.) und Maximilian Reuter (26.). Ein schönes 50%-Resultat erspielte Saiqi He (Yangyang) mit 3,5 Punkten auf dem 43. Platz.

Mit 10 Titelträgern und mehr als 20 Teilnehmern mit einer TWZ von über 2000 Punkten war das Turnier erneut gut besetzt. Von den Hamburger Vereinen stellte der HSK mit 14 Spielern das größte Kontingent, gefolgt von der Schachvereinigung Blankenese (9 TN) und dem FC St. Pauli (8 TN). Insgesamt entsendeten 15 Hamburger Vereine einen oder mehrere Spieler zum Open.
Aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen fanden 24 Spieler den Weg nach Blankenese, hinzu kamen weitere Teilnehmer u.a. aus Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen.

Das Turnier lag in den bewährten Händen von FIDE-Schiedsrichter Stefan Wolff, der von seinem Kollegen Robert Law (SF Wedel) unterstützt wurde. Probleme gab es nicht, die Technik funktionierte durchweg reibungslos. Viel Glück hatten wir mit den sehr sympathischen Damen von der Cafeteria. Ein insgesamt gelungenes Open in einem wie immer schönen Ambiente.
Alfred Manke
100 Jahre Schvgg Blankenese – Open 2023 – Endstand (chess-results.com)
Alle Partien des Turniers können hier in drei Formaten heruntergeladen werden:
PGN (Portable Game Notation, kann von fast allen Schachprogrammen gelesen werden)
CBV (ChessBase Archiv, kann in ChessBase geöffnet werden)
PDF (Portable Document Format, zum Anschauen direkt im Browser)
