Zwischen Weihnachten und Silvester 2025 fanden die deutschen Jugendvereinsmeisterschaften in Chemnitz statt. Wir haben mit der Mannschaft „U16 weiblich“ teilgenommen, die mit Nua, Martha, Vivian und Maike noch relativ jung war. Alle können im nächsten Jahr noch einmal dort spielen. Bei der Norddeutschen Vereinsmeisterschaft hatte ich die Teilnahme noch als Training für das nächste Jahr angesehen. Mit gutem Spiel gelang uns trotzdem die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft.
Wir waren als 16. von 20 Mannschaften gesetzt. In der ersten Runde spielten wir gegen Torgelow, die an Position 6 gesetzt waren. Bei der Norddeutschen hatten wir hier nur glücklich unentschieden gespielt, weil Torgelow nur zu dritt angetreten war. Torgelow war in Chemnitz noch durch eine Gastspielerin verstärkt. Trotzdem spielten wir befreit auf. Nua konnte mit einer Kombination schnell Material gewinnen, Martha ihren Vorteil ausnutzen, so dass wir nach der Niederlage von Maike 2:1 führten. Vivian hatte es am schwersten, ihre Gegnerin hatte 400 Punkte mehr. Trotzdem gewann Vivian einen Bauern, hielt diesen lange, verlor ihn dann vor dem Endspiel Springer gegen Läufer. Dieses Endspiel verlief lange wechselhaft. Am Ende konnte Vivian den Läufer gegen den letzten Bauern opfern, das Remis und den Mannschaftssieg sichern.
In der zweiten Runde war Tübingen dran, die Nummer 2 der Setzliste. Tatsächlich war diese Mannschaft deutlich stärker und wir waren chancenlos. Lediglich Martha hatte einen Bauern mehr, willigte aber aus Respekt vor dem Gegner und aufgrund der hoffnungslosen Gesamtlage in ein Remis ein.
In der dritten Runde stießen wir auf einen großen Namen, Bayern München, an Position 4 gesetzt. Die ersten beiden Bretter hatten DWZ über 1700. Davon ließen sich Nua und Martha diesmal nicht beeindrucken. Nua kam zu einem schönen Königsangriff, den sie mit einem Opfer nebst Matt krönen konnte. Martha hatte aus der Öffnung heraus einen kleinen Vorteil, den sie bis zum Endspiel ausbauen konnte und schließlich einen Bauern und die Partie gewann. Die anderen beiden Partien gingen verloren, so dass es zu einem 2:2-Unentschieden kam.
In der vierten Runde dann Birkenfeld, Nr. 13 der Setzliste. Maike und Vivian gewannen schnell, so dass Nua und Martha sicher jeweils ein Unentschieden hereinholen konnten. Bisher war es mehr als gut gelaufen.
In der fünften Runde war der Wurm drin. Wir verloren chancenlos gegen Leipzig mit 0:4. Martha traf das einzige Mal auf einer Gegnerin, die von der Spielanlage stärker war als sie.
In der sechsten Runde folgte eine knappe Niederlage gegen Stuttgart. Nur Martha gewann, Nua hatte einen kleinen Vorteil und versuchte alles, um zu gewinnen. Am Ende blieb es beim Unentschieden und einem Mannschaftsergebnis von 1,5:2,5.
In der siebten Runde bekamen wir dann mit Oberland erstmals einen Gegner, der von der DWZ schlechter und hinter uns gesetzt war. Maike gewann schnell einen Bauern und eine Figur. Vivian konnte mit einem schönen Läuferopfer den gegnerischen König in der Mitte mattsetzen. Martha verlor früh einen Bauern, verbesserte dann aber laufend ihre Stellung, kam zum Königsangriff und gewann mit mehreren kleinen Kombinationen Material und die Partie. Nua hatte eine schwierige Stellung, die Gegnerin wiederholte in Zeitnot dreimal die Stellung. Gesamtergebnis: 3,5:0,5.
Insgesamt sind wir damit Elfter geworden, fünf Plätze besser mit der Setzliste prognostiziert. Elfter Platz bei einer deutschen Meisterschaft ist schon etwas. Wie glücklich wären Sankt Pauli oder der HSV in der Fußball-Bundesliga, wenn sie am Ende der Saison auf Platz 11 gelangen.
Martha und Nua haben so gut gespielt, dass sie DWZ-Zahlen über 1600 bekommen haben und damit für die Hamburger Jugend Einzelturniere (HJET) zur Leistungsklasse in Hamburg eingeladen wurden.
