Deutsche Meisterschaft

Von Mittwoch bis Sonntag nahm unsere U 16 Mannschaft an der deutschen Meisterschaft teil, zusammen mit 20 anderen Mannschaften aus ganz Deutschland. Diese Mannschaft mit Benjamin, Jakob, Eero und Alexander hatte sich in den vergangenen Jahren immer als zweitbeste Mannschaft in Hamburg für die Norddeutsche qualifiziert und nun erstmals an der deutschen Meisterschaft teilgenommen. Leider auch zum letzten Mal, da Benjamin Eero und Alexander im nächsten Jahr aus der Altersbegrenzung fallen.

Die ersten zwei Tage verliefen ganz überragend, auf die letzten drei Runden hätten wir auch gerne verzichten können.

Nach den Voranmeldungen waren wir der 17. der Setztliste, nach den tatsächlichen Aufstellung der zwölfte. In der 1. Runde spielten wir gegen Greifswald, den zweiten der Setztliste.

Benjamin hatte auskömmliche Stellung und hätte einmal sogar Vorteil erlangen können. Gegen seinen sehr starken Gegner, den Dritten der deutschen Einzelmeisterschaft U 16, konnte man sich solche Fehler aber nicht erlauben. Benjamin verlor. Jakob bekam eine Stellung aus der Vorbereitung und konnte daraus sein Gegner überspielen. Eero und Alexander hielten mit etwas Glück jeweils das Unentschieden..

In der nächsten Runde spielten wir gegen FVS ASP Hoyerswerda, ein Platz hinter uns in der Setztliste. Während Benjamin lange ausgeglichene Stellung hielt und dann im Endspiel verlor, war es bei Jakob genau umgekehrt. Erst im Endspiel konnte er Bauern gewinnen und diesen zum Sieg verwerten. Eero und Alexander hielten wieder das Unentschieden.

In der nächsten Runde spielten wir gegen Empor Berlin, den Dritten der Setztliste. Diese Mannschaft hat uns in der Vergangenheit durchaus gelegen. Bei der Norddeutschen konnten wir gegen sie zweimal gewinnen. Das erste Brett von Empor setzte aus., dennoch war die Mannschaft sehr stark. In dieser Aufstellung hatte sie bei der Norddeutschen beispielsweise den HSK besiegt. Benjamin machte Druck, schnürte seinen Gegner ein ließ ihm keine Chance und gewann. Jakob verlor in einer wechselhaften Partie. Umgekehrt gewann Aero und Alexander verlor. Wir hatten damit gegen den Zweiten und Dritten der Setztliste Unentschieden gespielt.

Nachmittags spielten wir gegen Kornwestheim, den Neunten der Setztliste. Alexander machte in ausgeglichener Stellung schnell ein Remis, weil es sich nicht gut fühlte. Eero und Jakob hatten beide Gewinnstellung, die Jakob in Zeitnot verlor Eero gewann aber. Benjamin spielte gegen einen Fide Meister über 6 Stunden. Mit Schwarz hatte er die ganze Zeit den Ausgleich gehalten und am Ende war Endspiel mit ungleichen Läufern vorhanden, wobei Benjamin nur einen Bauern mehr hatte, sein Gegner aber einen Doppelbauern. Benjamin gelang es, den gegnerischen König zu beschränken und seinen Radius einzugrenzen. Nach 6 Stunden gewann Benjamin gegen den deutlich besser bewerteten Gegner.

Nach dieser Runde waren wir Siebter der Tabelle.

Wir spielten dann gegen Delmenhorst, den Norddeutschen Meister. Diese Mannschaft scheint uns überhaupt nicht zu liegen. Bereits bei der Norddeutschen haben wir dreieinhalb zu ein halb verloren. Hier war es nicht besser. Benjamin hat seine Stellung überschätzt und mit h4 verfrüht einen Angriff gestartet. Jakob hat seine Entwicklung vollständig vernachlässigt und wurde überspielt. Alexander verlor auch. Lediglich Eero konnte in deutlich schlechterer Stellung mogeln und ein Remis erzwingen.

Am Nachmittag trafen wir dann auf Leipzig, den späteren zweiten der deutschen Meisterschaft. Alexander hat im Königsgambit des Gegners dessen König nach E2 getrieben. Statt weiter massiv auf Angriff zu setzen, zog er defensiv zur Verteidigung seiner Bauern. Er verlor. Aero hatte seinen Gegner überspielt. Der Bauernraub auf B2 mit der Dame wurde bestraft und Eero hätte einfach gewinnen können. Stattdessen glaubte an Mattangriff und opferte noch eine Figur. Bei richtiger Verteidigung hätte Eero dann nur noch leichten Vorteil gehabt. Sein Gegner verteidigte sich aber nicht richtig und verlor. JaKob hatte zu früh d fünf gespielt, bevor seine Entwicklung abgeschlossen war. Er verlor Bauern, verteidigte sich lange, verlor am Ende. Benjamin hatte es an eins wieder mit einem Fide Meister zu tun. Benjamin spielte solide ohne Fehler und hielt das Remis.

Am Schlusstag trafen wir auf Karlsruhe. Das erste Mal, dass wir vor Beginn der Partien Favorit waren. Alexander konnte mit dem Durchbruch d vier eine Gabel drohen und damit Figur gewinnen. Matt Drohung des Gegners wehrte er ab Alexander vergrößerte seinen Druck und gewann. Eero kam mit der Eröffnung des Gegners überhaupt nicht zurecht, stand unter Druck, stellte dann den Bauern ein. Er versuchte wilde Gegenangriffe, diesmal verteidigte sein Gegner alles richtig. Eero verlor. Jakob hatte mit Läuferpaar schönes Spiel gegen den isolierten Damenbauern. In großer Zeitnot opferte er die Dame, weil er an ein Matt glaubte. Leider gab es eine Verteidigung, so dass Jakob verlor. Benjamin versuchte alles und hatte optisch schönen Angriff. Da dieser aber abgewehrt wurde, blieben beim Gegner die verbundenen Freibauern. Benjamin und die Mannschaft haben damit verloren.

Damit sind wir insgesamt 16. geworden, haben noch einige Mannschaften hinter uns gelassen. Die Platzierung hätte besser sein können, wichtig bei dem Turnier ist aber, dass wir als kleiner Verein es geschafft haben, gegen die großen Favoriten zu bestehen. Auch gegen die sehr guten Mannschaften, Greifswald, Empor Berlin, und Leipzig haben wir gut ausgesehen. Per Saldo haben unsere Spieler einen DWZ Zuwachs erzielt, was ihre gute Mannschaftsleistung bestätigt. Jeder hat zumindest eine gute Partie gespielt (Jakob gegen Greifswald, Eero gegen Leipzig, Alexander gegen Karlsruhe und Benjamin gegen Empor und Kornwestheim) Benjamin hat gegen deutlich stärkere Gegner gespielt und einmal sogar gewonnen. Dies sollte Selbstbewusstsein geben.