Blankeneser U14 Mannschaft wird Dritter bei den Norddeutschen Vereinsmeisterschaften 2026 in Magdeburg
Vom 9. bis zum 13. September fanden die Norddeutschen Vereinsmeisterschaften in der Altersklasse U14 statt. Unsere Mannschaft hatte sich als Erster in Hamburg vorqualifiziert. Nach der Setzliste waren wir Sechster von insgesamt 16 Mannschaften. Unsere Hoffnung war, uns für die Deutsche Meisterschaften zu qualifizieren. Dafür mussten wir mindestens den vierten Platz erreichen. Nicht einfach, aber auch nicht ganz unmöglich.
Unser Team bestand aus Noah Magezi, Aroop Sengupta, Natan Escher und Luca Alessandrini. Auf der Bahnfahrt nach Magdeburg haben wir uns einvernehmlich geeinigt, dass Natan an Brett 3 und Aroop an Brett 2 spielen soll.
In der ersten Runde spielten wir gegen den SAV Torgelow. Diesen Verein kennen wir aus zahlreichen Kämpfen mit unserer Mädchenmannschaft. Im offenen Turnier spielten wir erstmals gegeneinander. Wir hatten deutliche DWZ-Vorteile und gewannen erwartungsgemäß mit 4:0.
In der zweiten Runde trafen wir dann auf die Barnimer Schachfreunde, Setzlistenplatz 3 und späterer verdienter Sieger des Turniers. Barnim war sicher besser als wir, trotzdem waren wir nicht ganz chancenlos. Aroop an Brett 2 hätte statt einem Unentschieden vielleicht gewinnen können und Luca an Brett 4 hatte eine so komplizierte Stellung, dass auch dort ein Sieg möglich gewesen wäre. Leider haben wir 1:3 verloren, lediglich Aroop und Natan konnten je einen halben Punkt erzielen.
In der dritten Runde kam dann der Delmenhorster SK, eigentlich eine machbare Aufgabe. Luca gewann sehr schnell, Aroop konnte nicht mehr als ein Remis erzielen. Noah hatte zwei Bauern mehr, verlor dann nach Zeit. Es kam damit auf Natan an, in dessen Bauernendspiel Gewinn- und Verlustzüge möglich waren. Er schloss deshalb mit einem Unentschieden ab.


In der vierten Runde spielten wir gegen Empor Berlin, Platz 2 der Setzliste und einer der Favoriten. Ich befürchtete schon, dass wir nach einer Niederlage alle Hoffnungen auf einen Turniererfolg hätten begraben können. Natan startete furios und gewann in weniger als zehn Zügen eine Figur und später auch die Partie. Ebenso gewann Luca. Noah verlor leider, Aroop konnte dann in besserer Stellung aus mannschaftsdienlichen Gründen mit einem Unentschieden abschließen. Ein Sieg gegen einen Favoriten!
In der fünften Runde ging es gegen Werder Bremen, knapp vor uns gesetzt. Natan gewann wieder mit einer guten Eröffnungsvorbereitung, bei Aroop war nicht mehr als ein Unentschieden möglich. Noah verlor. Es kam damit auf Luca an, der im Springerendspiel einen Bauern weniger hatte. Der gegnerische König stand besser, der gegnerische Springer stand besser und die Zuschauer hatten keine Hoffnung. Ein fehlerhafter Zug des Gegners führte jedoch dazu, dass Luca mit Schach seinen Springer aktivieren und die gegnerischen Bauern angreifen konnte. Er hielt das Unentschieden. Insgesamt ein glückliches Mannschaftsremis.
In der sechsten Runde wartete dann der SV Osnabrück auf uns, der Neunte der Setzliste. Natan und Luca gewannen relativ früh. Aroop und Noah mussten kämpfen, hatten aber beide eine eher bessere Stellung und schlossen dann mit jeweils einem Unentschieden ab. Noah hatte einen FM zum Gegner, ein schöner Erfolg.


Vor der letzten Runde hatten wir damit acht Mannschaftspunkte. Wir sollten gegen KSV Rochade Braunschweig spielen, die neun Punkte hatten. Die anderen Mannschaften mit neun Punkten spielten gegeneinander. Nach der Berechnung stand fest, dass wir mit einem Sieg Dritter werden würden, bei einem Unentschieden würden wir neun Mannschaftspunkte erhalten. Diese reichen häufig aber nicht zur Qualifikation zu einer Deutschen Meisterschaft aus. Bei einer Niederlage brauchten wir gar nicht erst weiter zu denken.
Die Mannschaft aus Braunschweig hatte sehr gut begonnen und mehrere Favoriten besiegt. Die Mannschaft wird von GM Robert Engel betreut. Natan startete wieder wie die Feuerwehr. In weniger als zehn Zügen konnte er mit einem Damenopfer eine Figur gewinnen und später die Partie. Aroop bekam einen schönen Angriff auf den schwarzen Feldern, gewann zunächst die Qualität, eine weitere Figur und dann die Partie. Noah opferte zwei Figuren gegen Turm und zwei Bauern. Die Bauern waren aber verbundene Freibauern im Zentrum. Langsam konnte er den Vorteil ausbauen und gewinnen. Luca stand die ganze Zeit unter Druck, konnte aber alle Drohungen des Gegners abwenden und hatte dann eine mehr oder weniger ausgeglichene Stellung. Da der Mannschaftskampf für uns bereits gewonnen war, willigte der Gegner in das Unentschieden ein.

Insgesamt sind wir damit Dritter geworden, haben einen Pokal gewonnen und sind für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Unsere Mannschaft U16w wurde im letzten Jahr bei den Norddeutschen Meisterschaften ebenfalls Dritter, ansonsten ist es die beste Platzierung eines Blankeneser Vereins seit mehr als zehn Jahren.
Es war eine mannschaftlich geschlossene Leistung. Noah hatte an Brett 1 die stärksten Gegner, so dass einige Niederlagen nicht zu vermeiden waren. Aroop blieb ungeschlagen, ebenso Natan, der Bester an Brett 3 im Turnier insgesamt wurde. Luca hat deutlich besser als erwartet gespielt und maßgeblich zum Erfolg beigetragen.
Berthold Riering
