Spielbericht Blankenese 2 – SKJE 2

In Runde 8 kam es zum Spitzenspiel in der Bezirksliga B, als Tabellenzweiter empfingen wir den vor uns platzierten SKJE 2. Wer hier allerdings ein Rennen um den Aufstieg erwarten würde, dem sei ein Blick auf die Tabelle vor der Begegnung empfohlen, selbst bei einem 8:0 unsererseits würden die Gäste immer noch mit einem halben Brettpunkt mehr die Führung behaupten können. Wobei das die Liga zumindest nochmal spannend machen würde….

Aber dass hier nicht gerade Fallobst angereist kam verriet die Aufstellung der Gäste, die an allen Brettern besser besetzt waren, der DWZ-Abstand betrug im Schnitt beachtliche 173 Punkte. Das ist schon ein Klassenunterschied, in der Stadtliga A wäre das die viertbeste Durchschnitts-DWZ. Maximilian und Bernd hatten dabei jeweils über 300 Punkte zu kompensieren.

Um 19.00 Uhr ging es mit 5 Blanken Nasen los, aber recht bald trudelten auch die letzten 3 ein.

Maximilian war der erste, der die Stärke des Gegners anerkennen durfte. Nach etwas verpatzter Eröffnung sah er sich mit einem Bauernzentrum des Gegners konfrontiert, wo auch noch der d4-Bauer das Prädikat Freibauer mit sich trug, das war nicht zu halten.

Ich hatte an Brett 6 eine schöne druckvolle Stellung aus der Eröffnung mitnehmen können und sinnierte bereits darüber, wie ich mir den Gegner jetzt mal gut zurecht legen kann. Der im übrigen bereits sehr viel Zeit verbraten hatte. Aber 2 Abtäusche nahmen mir doch den Wind aus den Segeln. Zudem war die halboffene g-Linie jetzt irgendwie kein Vorteil mehr für mich, weil sich der König in die Ecke verkrümelte und die auftauchenden Türme etwas Gegenwind für meine Königsstellung erzeugten. Nach weiteren Abtäuschen behielt jeder T+S+6B, ich stand in der Verteidigung, der Gegner hatte einen Doppelbauern und deutlich weniger Zeit, aber mir fehlte die Fantasie, wie ich das am Brett gewinnen sollte, daher nahm ich das angebotene Remis an.

Als nächsten erwischte es Bernd. Eine ganze zeitlang konnte er sich wacker halten, aber dann rutschte die Stellung immer mehr in das, was man wohl als nachteilig bezeichnen würde. Und dann war auch bald Schluss.

Alfred spielte sehr solide, wie man das von ihm kennt. Und an dieser Solidität biss sich der Gegner auch die Zähne aus, allerdings gab es für Alfred auch keine Möglichkeit, selbst in Vorteil zu gelangen. Daher Remis.

Bahaa spielte auch so, wie man das von ihm kennt. Unorthodox, getreu dem Motto die Theorie ist Dein Feind, aber mit der ihm eigenen Initiative. Die es auch verträgt, dass die halbe Mannschaft noch auf der Grundreihe steht. Dennoch hatte ich bei ihm das Gefühl, dass er eher besser steht. Ein Qualitätsopfer der Marke muss man nicht unbedingt spielen brachte dann vor allem eines: eine Minusqualle. Den weiteren Verlauf habe ich nicht mitbekommen, aber die Partie ging verloren.

Valeriya stand ebenfalls sehr solide und gefällig. Aber irgendwie fehlte die zündende Idee, wie aus einer soliden und gefälligen Stellung eine überlegene Stellung werden könnte, das war dann das nächste Remis und leider auch der viereinhalbste Punkt für den Gegner, der damit bereits als Sieger des Mannschaftskampfes und als Aufsteiger der BLB fest stand.

2 Partien liefen noch, Holm musste sich im S+L Endspiel gegen 2 Mehrbauern verteidigen. Er wehrte sich wie ein Löwe gegen die Niederlage und hielt dagegen, so gut es eben ging. Aber irgendwann musste er seinen Läufer gegen den Springer tauschen und konnte das Vordringen des gegnerischen Königs nicht mehr wirklich verhindern.

Bijan kämpfte (mal wieder) am längsten. Beide waren noch deutlich vor dem 40. Zug, aber bereits im einstelligen Minutenbereich. Bijan drückte und konnte eine Qualität erobern, hatte dafür allerdings einen Wenigerbauern. Ein zweiter kam dann hinzu, war nicht wirklich nötig, sondern eher der Zeitnot geschuldet. Mit 1:30 auf der Uhr bot der Gegner Remis, Bijan mit auch nicht gerade komfortablen 2:30 Minuten verzichtete darauf, sich weiter zu quälen und nahm an.

Glückwunsch an SKJE 2 zum Aufstieg. Wir bekamen in diesem Kampf unsere Grenzen aufgezeigt, auch wenn man durch die positive Brille sagen kann, dass wir uns lange und zäh wehren konnten. Außerdem sind wir immer noch auf Platz 2 der Tabelle. Den wollen wir in der letzten Runde denn auch ins Ziel bringen.