Empfindliche Niederlage

Am Donnerstag spielte die 1. Mannschaft in der Bezirksliga gegen HSK 14. Siaquiyah hatte eine Vorstandssitzung und konnte nicht spielen. Am Vorabend erreichte mich ein Anruf von Slobodan, dass er auf eine Beerdigung nach Serbien müsse. Ich gewann Stefan K. als Ersatzspieler, der sofort zugesagt hat.

 

Am Spieltag war der Verkehr in Hamburg total dicht. Stephan und ich versuchten es über die Stresemannstraße und brauchten dort mehr als eine halbe Stunde länger. Nur weil wir bei unserem Navi rechtzeitig die Straße sperrten und andere Route wählten, kamen wir gerade noch rechtzeitig. Stephan K. Stand auf der A 7  20 Minuten und hatte noch 5 km bis zur Ausfahrt vor sich. Er kam nicht mehr rechtzeitig. Man kann natürlich meinen, dass man seine beruflichen Termine so legen muss, dass genügend Spielraum bleibt. Stephan K hat aber erst am vor Abend über seinen Einsatz erfahren und konnte seine Terminen nicht mehr verlegen. Bei normalen Verkehr wäre er rechtzeitig gekommen. So lagen wir 0 zu 1 zurück.

 

HSK war in Bestenbesetzung angetreten, so dass wir aufgrund der Ersatzgestellung nur noch einen Vorsprung von 40 Punkten hatten.

 

Christoph hatte seine Partie sehr wild und unkonventionell angelegt. All seine Zentrums- und Königsbauern wurden weit vorgebracht, sein eigener König blieb aber in der Mitte. Dies nutzte der Gegner mit einer Fesselung des Springers und stand sehr früh auf Gewinn.

 

Stephans Gegner ist bekannt dafür, dass er sicher spielt, immer gerne ein Remis mitnimmt. Stephans Gegner vereinfachte, wo er vereinfachen konnte. In etwas schlechterer Stellung, nahm er  das Unentschieden an. Ein Großmeister hat in einer solchen Situation vielleicht die Möglichkeit, sein Eröffnungsrepertoire zu ändern und scharfe Stellungen aufzubauen. Wir Amateure haben solche Möglichkeiten meistens nicht.

 

Aus den verbliebenen 5  Spielen müssten wir also 4 Punkte holen, um noch zu gewinnen. Dabei waren wir an diesen Brettern nach den DWZ-zahlen an einigen leicht schlechter, an anderen nur leicht besser.

 

Ich hatte in der Eröffnung ein Gambit gespielt, was sich sonst nicht tue. Den Bauern hatte ich wieder gewonnen. Als mein Gegner im 18. Zug G5 spielte, roch es nach einer Kombination. Ich konnte die Qualität opfern, um 2 Züge später den Turm zurückzubekommen. Dann wäre aber 5 Züge später meine Dame auf H 8 gefangen worden. Man hätte sich jetzt überlegen können, dass man durch Läuferopfer gegen den Bauern der Dame den Weg frei räumte. Dieser einfache Möglichkeit bestand. Mit Läuferopfer gegen Bauern, anschließende Qualitätsopfer hätte ich Turm zurückgewonnen und Bauern mehr gehabt bei zerstörter Königssstellung des Gegners. So einfach diese Überlegungen aussehen, habe ich sie nicht gesehen. Da ich gewinnen musste, opferte ich in der Folge die Qualität gegen 2 Bauern. Mein Gegner konsolidierte aber, so dass ich remis vereinbarte.

 

Wolfgang hatte scharfe Stellung mit entgegengesetzter Rochade. Es wurde in ein Schwerfigurenendspiel abgewickelt, bei der nur der König des Gegners unsicher stand. Mit der Drohung von Matt und Doppelangriffen gewann Wolfgang dann.

 

Zu diesem Zeitpunkt stand Bernd besser, er hatte Springerendspiel mit Bauern mehr. Dieter stand völlig unter Druck und hatte im Turmendspiel Bauern weniger. Oliver hatte in der Eröffnung Bauern gewonnen, in Zeitnot dann 2 Bauern verloren, so dass er im Turm Endspiel allenfalls Aussichten auf Unentschieden hatte.

 

Wider Erwarten hielt Dieter dann das Remis.

 

Bernd spielte ein nicht korrektes Springeropfer und verlor überraschend. Da Bernd Frühmorgens mit der Arbeit begonnen hatte, dürfte auch körperliche Erschöpfung eine Rolle gespielt haben.

 

Oliver kämpfte wie meistens am längsten. Der Gegner hattet aber Freibauern, der vom König und Turm unterstützt wurde, so dass Oliver am Ende verlor.

 

Unsere Aufstiegshoffnungen haben einen großen Dämpfer erhalten. Auch unser komfortables Brettpunktverhältnis hat sich deutlich verschlechtert.

 

Es gibt aber auch eine positive Nachricht. Wolfgang steht mit 6 aus 6 nach einer Statistik aller Hamburger Schachspieler von 1792 Teilnehmern zur Zeit an 2. Stelle.