HSK 27 – Blankenese 4 (Brett 8)

HMM2015 R03 HSK27 P01

Hallo zusammen,

für diejenigen, die sich evtl. dafür interessieren, veröffentliche ich hier meine Notation der Partie an Brett 8 von HSK 27 gegen Blankenese 4 am 17.02.2015:

1. e2-e4   e7-e5

2. b2-b3   Sg8-f6

3. Sb1-c3   Lf8-c5

4. Sg1-h3 (??)   Sb8-c6

5. Lf1-c4   d7-d6

6. Dd1-f3   0-0

7. 0-0   Sc6-d4

8. Df3-g3 (?)   Sd4xc2

9. Ta1-b1   Sc2-d4

10. Tf1-e1   a7-a6

11. d2-d3   Sf6-h5

12. Dg3-e3 (?)   Sd4-c2

13. De3-d2 (besser: De3-e2 wegen De2xh5)   Sc2xe1

14. Dd2xe1   Lc8xh3 (öffnet weiße Königsstellung)

15. g2xh3   Dd8-h4

16. Tb1-b2 (soll wohl f2 decken, aber dadurch fällt h3)   Dh4xh3

17. Sc3-d5 (erster Gegenangriff von Weiß)   c7-c6 (aktivste weiße Figur zum Rückzug gezwungen)

18. Sd5-e3 (verstellt Lc1 die Diagonale)   Sh5-f4 (Drohung: Lc5xe3, Dh3-g2#)

HMM2015 R03 HSK27 P0119. De1-f1   Dh3xf1 (dank Qualitätsvorteil sollte Damentausch günstig für mich sein, zumal ich momentan keine Mattdrohung auf g2 mehr habe)

20. Kg1xf1  b7-b5 (Lc4 hat keine Rückzugsmöglichkeit und fällt daher für einen Bauern)

21. Se3-f5 (Drohung: Sf5-e7+, Se7xc6)   Tf8-e8

22. Lc4xf7+   Kg8xf7

23. d3-d4 (Überlastung von e5. Lc5xd4 ungünstig wegen Sf5xd6+ mit Springergabel auf König f7 und Turm e8. Daher Abzug von Lc5 nur in Richtung a3 möglich. Dort kann Abtausch durch Weiß erzwungen werden. Danach droht wieder Qualitätsverlust durch Sf5xd6+)   Sf4-d3 (Abwicklung der Überlastung von e5 durch Gegendrohung mit gleichem Qualitätsverlust. Danach ist e5 nicht mehr überlastet.)

24. Tb2-c2   e5xd4

25. Sf5-g3 (aktivste weiße Figur räumt ohne Drohung freiwillig das Feld f5)   Sd3xc1 (Da ich mittlerweile einen deutlichen Materialvorteil habe, tausche ich weiterhin gerne ab.)

26. Tc2xc1   g7-g6 (soll dem weißen Springer auf g3 das Feld f5 für immer nehmen und dadurch weitere Ausflüge dieser Figur in Richtung Zentrum unterbinden.)

27. a2-a3 (bietet Tausch a3 gegen c6 an.)   Lc5xa3

28. Tc1xc6   La3-c5 (sperrt den verbliebenen weißen Turm in der schwarzen Hälfte des Damenflügels ein, wo ich ihn gerne zum Abtausch zwingen möchte.)

29. Tc6-c7+   Te8-e7

30. Tc7-c6 (sperrt den weißen Turm auf nur noch c6 selbst ein, nur durch Opfer von b3 zu befreien.)   Kf7-e6 (schwarzer König auf f7 beginnt Jagd auf eingesperrten weißen Turm auf c6.)

31. e4-e5 (?)   Ke6xe5

32. f2-f3 (soll wohl Sg3-e4 vorbereiten, kommt aber zu spät)   Ke5-d5

33. Tc6xc5+ (Turm tauscht unter Wert gegen Läufer, drei Züge zuvor wäre noch Tausch Turm gegen Turm möglich gewesen.)   d6xc5 (entdoppelt die Doppelbauern d6 und d4, jetzt vier verbundene schwarze gegen einen weißen Bauern auf b3 am Damenflügel.)

34. Sg3-e4   Te7xe4 (entsorgt letzte verbliebene weiße Figur, wenn auch um den Preis eines Turms. Dafür fällt weiterer Bauer von Weiß dazu und Weiß hat kein Gegenspiel mehr.)

35. f3xe4+   Kd5xe4

36. Kf1-e1 (schwarzer Bauer auf d4 ist einziger Freibauer)   Ke4-d3

37. Ke1-d1   Kd3-c3 (jagt b3)

38. Kd1-c1   Ta8-e8 (sperrt den weißen König vor der schwarzen Bauernkette am Damenflügel ein – und droht dank Opposition der Könige auf c1 bzw. c3 mit Matt auf e1.)

39. h2-h3 (???)   Te8-e1#

HMM2015 R03 HSK27 P02Nach 39 Zügen hatte mein Gegner etwa 30 Minuten Bedenkzeit verbraucht, ich hatte etwa 40 Minuten Bedenkzeit benötigt. Mein Sieg hing an der Ansammlung vieler kleinerer Vorteile. Mal habe ich hier einen Bauern kostenlos geraubt, mal dort. Mal habe ich durch eine Springergabel Qualität gewonnen, mal ausgenutzt, dass mein Gegner sich in Positionen manövriert hat, in denen ich ihn zu (für ihn) ungünstigem Materialtausch zwingen konnte. In den letzten Zügen konnte ich es mir sogar erlauben, einen Turm für einen Springer plus weiteren Bauern zu geben, um jegliches theoretisch noch denkbares Gegenspiel im Keim zu ersticken. Schließlich hatte ich danach noch einen Turm, mein Gegner hatte nur noch Bauern und auch diese waren an beiden Flügeln in der Unterzahl (2:1 am Königsflügel, 4:1 am Damenflügel). Der Sieg war mir danach nicht mehr zu nehmen, auch wenn er dann noch schneller kam als von mir erwartet. Allerdings wollte ich mir dann schon noch den „Luxus“ gönnen, nur mit König und Turm gegen König matt zu setzen statt simpel meine Bauernübermacht durchzudrücken.

Grüße, Konrad Dreier