Sensation: U 12 zur Norddeutschen

 

Unsere U 12 hat sich am Wochenende für die Norddeutsche qualifiziert. Dies ist ein großer sportlicher Erfolg. Wir haben in dieser Saison nicht nur die beste Blankeneser Mannschaft aller Zeiten, sondern jetzt auch die beste Blankeneser Jugendmannschaft aller Zeiten.

Wir hatten zum Turnier bereits berichtet. Im Folgenden wollen wir zum Ablauf der einzelnen Partien mehr sagen:

2 Mannschaften sollten sich qualifizieren, HSK. war großer Favorit & S KJ E hatte eine erfahrene Mannschaft, die eigentlich Zweiter hätte werden sollen. Die 4. Mannschaft Sternschanze war wohl nur Außenseiter.

In der 1. Runde spielten wir gegen S KJ E. Nick an Brett 4 rochierte lang und gewann bei komplizierter Stellung 2 Bauern. Seinem Gegner gelang es dann, die Türme auf die 7. Reihe zu bekommen und einen Bauern zurückzugewinnen. Im Endspiel hatte Nick dann einen Bauern mehr. Schön zu beobachten war , wie Nick zu diesem Zeitpunkt Remisangebote seines Gegners mit einem klaren und deutlichen Nein zurückwies. Nick musste aufpassen, dass es zu keinem Patt kam. Er machte  aber immer die richtigen Züge und gewann.

Anna hatte es an Brett 3 mit einer alten Rivalin zu tun. Schon in der Eröffnung hatte sie leichte Nachteile, die sich im Laufe des Spiels vermehrten. Sie verlor.

Auch Niklas an Brett 2 kannte die Eröffnung wohl nicht. Er hatte Schwächen auf den schwarzen Feldern, die sein Gegner mit gutem Spiel ausnutzte. Wir lagen damit zurück.

Es kam auf Jakob an Brett 1 an. Es gab einen langen positionellen Kampf. Jakob gelang es am Ende den Königsangriff seines Gegners abzuwenden und seine Türme auf die 7. Reihe zu bringen. Gleichzeitig bekam  er Freibauern, den er nach e-7 vorrücken konnte. Obwohl es seinem Gegner gelang, Bauern auf dem Damenflügel zu gewinnen, schaffte es Jakob mit genauer Berechnung, seinen Freibauern rechtzeitig umzuwandeln. Nach Ausnutzung fast der gesamten Spielzeit gewann er.

Gleichzeitig gewann der HSK unangefochten 4 zu 0 gegen Sternschanze.

In der nächsten Runde spielten wir gegen HSK. Diese hatten den 2., 4., 7. und 8. der Hamburger Einzelmeisterschaft aufgeboten. Der Vergleich Dänemark gegen Frankreich im Fußball stimmt also. Unsere U 12 Spieler werden sich daran nicht  erinnern. Es ist, als ob FC Sankt Pauli gegen Bayern spielt.

Anna an Brett 3 hatte in der Eröffnung gutes Spiel und konnte die gegnerische Dame jagen. Es drohte einmal sogar ein Matt. Allerdings spielte der Gegner sehr sorgfältig, wehrte alles ab und behielt die Mehrbauern. Anna verlor.

Nick an 4 hatte lange eine ausgeglichene Stellung. Sein Bauer auf f4 hing und konnte über 10 Züge nicht geschlagen werden. Deshalb hat Nick  ihn wohl vergessen und im 11. Zug wurde er dann geschlagen. Dann verließ Nick mit seinem Turm die offene Linie. Hier fehlte ihm einfach Spielerfahrung. Sein Gegner brachte dann den Mehrbauern durch.

Niklas an 2 kannte die Eröffnung und kam zu einer auskömmlichen Stellung. Sein Gegner, der wohl 400 DWZ Punkte mehr hatte, gelang es dann langsam Vorteile am Damenflügel zu erhalten und Bauern zu gewinnen. Niklas suchte sein Heil in einem Königsangriff. Da sein Bauer auf f 5 stand, konnte er dann mit Damen h7 die Dame opfern und anschließend mit dem Turm auf h3 Matt setzen. Sein Gegner nannte dies glücklich. Glück gibt es im Schach nicht. Das Ziel ist es, den gegnerischen König Matt zu setzen. In dieser Stellung hat Niklas die Kombination gesehen, sein Gegner nicht. Er hat verdient gewonnen. Seinen Enkeln kann er später erzählen, dass er damals in der U 14 im Alter von 9 seine Dame auf H7 geopfert hat und 6 weitere Züge später matt gesetzt hat.

Wenn man die Stellung als Taktikaufgabe vorgesetzt bekommt, wird ein Spieler mit DWZ 1500 die Lösung sehen. Etwas anderes ist es aber, nach 5 Stunden Spiel die Möglichkeit beim Schopf zu ergreifen.

Jakob an Brett  1 hatte es besonderer schwer. Sein Gegner hatte in der 1. Runde ausgesetzt und Jakob hatte nach dreieinhalb Stunden Spiel nur eine halbe Stunde Pause. Mit Schwarz stand Jakob unter Druck und der Gegner drohte, die Dame auf A5 zu fangen. Der Gegner sah dann eine Kombination, wonach er 2 Türme für die Dame bekommen hat. Jakob hat jedoch weiter gerechnet oder zumindest geahnt, dass anschließend der Springer des Gegners keine Rückzugsgebiet hatte. Der Gegner musste deshalb die Qualität zurückgeben und Jakob hatte damit Dame gegen Turm und Springer. Im 28. Zug hatte er dann eine Gewinnstellung. Sein Gegner hatte noch 1 Sekunde auf der Uhr und drückte. Danach sprang  die Uhr aber auf 16 Minuten und das schwarze Plättchen war gefallen. Als Mannschaftsführer habe ich dies moniert. Der Mannschaftsführer von HSK hat dies überprüft und fairerweise den Sachverhalt eingeräumt. Wir haben gegen den HSK 2 zu 2 gespielt.

Parallel hat SKJE  gegen Sternschanze 4 zu 0 gewonnen.

Vor der letzten Runde am Sonntag war klar, dass wir gegen Sternschanze gewinnen müssen. Wenn wir gewinnen und der Kampf SKJE  gegen HSK nicht unentschieden ausgeht, wären wir als Zweiter qualifiziert. Beim Unentschieden hätten wir 4 zu 0 gewinnen müssen, um Stichkampf zu erreichen.

Der Mannschaftskampf gegen Sternschanze ist schnell erzählt. Nach 10 Minuten hatten wir an Brett 1 eine Figur mehr, an Brett 3 die Dame. Nicks Gegner übersah dann ein einzügiges Matt, David und Jakob gewann. Niklas hatte wohl den schwersten Gegner der lange überlegte. Am Ende übersah Niklas einen Bauernverlust und geriet so unter Druck, dass er die Partie verlor.

Wir drückten dann dem HSK die Daumen, dass er gewinnt. An Brett 2 und 4 gab es dort deutliche und klare Siege. Plötzlich verlor Brett 3 von HSK 2  Bauern und an Brett 1 verlor Jakob Weihrauch, deutscher Vizemeister, eine Figur. Wir befürchteten das Schlimmste. Wegen Zeitnot, größerer Erfahrung setzten sich beide HSK Spieler dann durch. HSK gewann dreieinhalb und wir wurden als 2. qualifiziert.

Damit hatte zuvor niemand gerechnet.